Das Churermodell im Lateinunterricht: Eigenverantwortlich Latein üben

Das Churermodell des Schweizer Pädagogen Reto Thöny stellt den Schüler ins Zentrum: kurze Impulsphasen, eigenverantwortliche Lernzeit und die Lehrkraft als Coach statt als Frontpräsenz. Im Lateinunterricht — mit seiner hohen Übungsintensität und heterogenen Lernständen — entfaltet dieses Modell besondere Wirkung.

„Schule muss beides sein: Trainingscamp und Ort der Menschenbildung.“

Hans Saner
Comic: Churermodell und Latein App

Was ist das Churermodell einfach erklärt?

Das Churermodell ist ein Unterrichtskonzept des Schweizer Pädagogen Reto Thöny. Es kombiniert kurze gemeinsame Inputphasen mit längeren eigenverantwortlichen Arbeitsphasen (EVA). Die Lehrkraft agiert als Coach und gibt individuelle Impulse statt Frontalunterricht zu halten. Mehr auf der offiziellen Website: churermodell.ch.

PrinzipBeschreibung
Kurze InputphasenNeue Inhalte werden im Sitzkreis kompakt eingeführt (max. 10–15 Minuten)
EVA-PhasenEinstieg → Verarbeitung (eigenverantwortlich) → Auswertung
BinnendifferenzierungDifferenzierte Aufgaben für unterschiedliche Niveaus, ohne Leistungstrennung
Raum als PädagogeVerschiedene Lernorte im Klassenraum: Einzelarbeit, Gruppe, Beratungstisch

Warum passt Latein besonders gut zum Churermodell?

Latein hat im Vergleich zu anderen Schulfächern eine Eigenschaft, die eigenverantwortliches Lernen begünstigt: Es gibt keinen Sprechdruck.

Im Englisch- oder Spanischunterricht brauchen Schüler ein Gegenüber, um die Fremdsprache anzuwenden. Im Lateinunterricht üben sie Formenanalyse, Satzgliederbestimmung und Deklinationsschemata — alles Tätigkeiten, die sich hervorragend allein und im eigenen Tempo durchführen lassen.

  • Ein Schüler, der die a-Deklination noch nicht sicher hat, kann in der EVA-Phase genau dort wiederholen
  • Ein Schüler, der schon ACI-Konstruktionen analysieren kann, geht in der gleichen Stunde weiter
  • Die Lehrkraft muss nicht mehr den „Kleinsten gemeinsamen Nenner“ unterrichten
  • Heterogene Lernstände — in Realität jeder Klasse — werden zur Stärke statt zum Problem

[Lapicida] zielt auf Verantwortungsübernahme, gibt Sicherheit, schafft Lernerfolge und damit Motivation. Genau solche Tools werden im Verbund mit dem Lernen miteinander und voneinander und dem Nachdenken über das eigene Lernen den Unterricht verändern und Lehrpersonen entlasten können.

Reto Thöny, Begründer des Churermodells
churermodell

EVA-Phasen im Lateinunterricht: So sieht das in der Praxis aus

Eine typische Stunde im Churermodell-Lateinunterricht gliedert sich in drei Phasen — wobei die Verarbeitungsphase den größten Teil einnimmt:

  1. Einstieg (E) — 10 bis 15 Minuten: Du erklärst eine neue Grammatikregel oder klärst Fragen aus der letzten Hausaufgabe. Kompakt, klar, zielgerichtet.
  2. Verarbeitung (V) — 25 bis 30 Minuten: Schüler üben eigenverantwortlich. Wer Formen trainiert, nutzt die App oder Arbeitsblätter. Wer Satzglieder bestimmt, arbeitet mit echten Lateintexten. Du gehst durch die Klasse, gibst individuelle Impulse.
  3. Auswertung (A) — 5 bis 10 Minuten: Gemeinsame Reflexion: Was war schwierig? Welche Muster sind aufgefallen? Kurze Zusammenfassung für alle.

Praxis-Tipp für den Start: Beginne mit einer EVA-Phase pro Woche — und behalte den Rest der Stunden konventionell. Das reduziert den Einführungsaufwand und gibt dir Zeit, das Modell kennenzulernen.

Eigenverantwortlich heißt nicht allein

EVA-Phasen sind kein Rückzug in die Einzelarbeit — im Gegenteil: Gerade im differenzierenden Unterricht lebt das Lernen vom Miteinander und Voneinander. Schüler:innen analysieren Formen mit selbst gewählten Lernpartnern, erklären sich gegenseitig Konstruktionen und profitieren von unterschiedlichen Lösungswegen. Die App übernimmt dabei den individuellen Übungsteil — jede:r im eigenen Tempo, an der eigenen Stelle —, doch sie ersetzt die Lerngemeinschaft nicht, sondern speist sie: In der abschließenden Reflexionsphase bringen die Lernenden ihre Ergebnisse zusammen, und die Lehrkraft moderiert das gemeinsame Weiterdenken. Oder kurz, im Sinne des Churermodells: Lernen muss man selbst – aber nicht allein.

Officina: Binnendifferenzierung mit Echtzeit-Daten

Das Churermodell lebt davon, dass die Lehrkraft in der Verarbeitungsphase weiß, wen sie ansprechen muss. Genau das liefert Officina — das Lehrer-Dashboard von Lapicida Latinus:

  • „Wo helfen?“-Karten: 5 automatisch generierte Situationen — wer fällt ab, wer ist inaktiv, wo gibt es klassenweite Schwachstellen
  • Verwechslungs-Tabelle: Welche Formen und Satzglieder werden am häufigsten falsch bestimmt
  • Inaktivitäts-Alarm: Automatisch nach 7 Tagen ohne Übung — du erhältst einen Hinweis, bevor das Lerndefizit entsteht
  • Lernprofile: Klasse 9 übt a-Deklination + Präsens, Klasse 11 alle Konstruktionen bis ACI — konfigurierbar per Klick

Die Lehrerlizenz (19,99 €/Jahr) enthält das vollständige Officina-Dashboard. → Mehr zu Officina

Verwandte Seiten für Lehrkräfte & Schulen

Häufige Fragen zum Churermodell im Lateinunterricht

Was ist das Churermodell einfach erklärt?

Das Churermodell ist ein Unterrichtskonzept von Reto Thöny (Schweiz). Es kombiniert kurze Inputphasen mit längeren eigenverantwortlichen Arbeitsphasen (EVA). Schüler arbeiten im eigenen Tempo, die Lehrkraft coacht individuell statt frontal zu unterrichten.

Kann das Churermodell im Lateinunterricht funktionieren?

Ja — besonders gut. Latein hat keinen Sprechdruck: Formen trainieren, Satzglieder bestimmen und Vokabeln wiederholen lassen sich hervorragend eigenverantwortlich erledigen. Heterogene Lernstände werden zur Stärke statt zum Problem.

Was sind EVA-Phasen?

EVA steht für Einstieg, Verarbeitung, Auswertung. Der Lehrer gibt einen kurzen Input (E), danach arbeiten Schüler selbstständig (V), danach folgt eine gemeinsame Auswertung (A). Die Verarbeitungsphase ist das Herzstück: Hier üben Schüler im eigenen Tempo.

Was ist Binnendifferenzierung?

Binnendifferenzierung bedeutet, dass Schüler mit unterschiedlichen Lernständen im selben Klassenraum an Aufgaben auf ihrem jeweiligen Niveau arbeiten — ohne in verschiedene Gruppen getrennt zu werden. Im Lateinunterricht: Schüler A wiederholt Deklination, Schüler B übt ACI.

Wie lange dauert eine EVA-Phase?

Typisch: 15–25 Minuten für die Verarbeitungsphase. Kurze, hochfokussierte Einheiten sind effektiver als lange Übungsblöcke. Apps wie Lapicida sind für genau diese Zeitspanne optimiert — mit klaren Fortschrittsanzeigen und automatischem Schwierigkeitsanstieg.

Was kostet die Lehrerlizenz mit Officina?

Die Lehrerlizenz kostet 19,99 €/Jahr und enthält das vollständige Officina-Dashboard. Schüler:innen kaufen ihre eigene Lizenz (ebenfalls 19,99 €/Jahr) und treten per Join-Code bei. Für Schulen gibt es eine Klassenlizenz.

Eigenverantwortliches Latein-Lernen — jetzt ausprobieren

Lapicida Latinus ist für EVA-Phasen gebaut: Schüler öffnen die App, üben dort wo sie zuletzt aufgehört haben — ohne Anleitung, ohne Login-Aufwand. Kostenloser Start, Vollversion ab 19,99 €/Jahr.