Was ist das?
Unda macht aus einem Lesetext eine Übungsstrecke: seine Vokabeln, seine Formen, seine Satzglieder. Während du übst, schreibt sich der Text mit — Zeile für Zeile wächst er in deinem Buch. Ist das Buch voll, kannst du ihn lesen. Unda ist kein Schnellmodus, sondern ein Projekt: Du kannst jederzeit aufhören, der Stand bleibt, und beim nächsten Mal geht es dort weiter, wo du warst.
Der Name kommt vom Tropfen, der den Stein höhlt — gutta cavat lapidem. Nicht mit Gewalt, sondern weil er immer wieder fällt.
Was übe ich hier?
Alles, was dieser eine Text von dir verlangt — und nur das. Unda holt die Aufgaben aus den Sätzen, die vor dir liegen, statt aus einem allgemeinen Vorrat: die Wörter, die im nächsten Satz vorkommen; die Form, die dieser Satz tatsächlich trägt; das Satzglied, an dem er hängt. Deshalb fühlt es sich nicht wie ein Trainingsplan an, sondern wie das Erschließen eines Textes — nur dass die Arbeit in Karten zerlegt ist.
Wie übe ich hier?
Es gibt zwei Türen: die Unda-Kachel auf dem Startbildschirm — sie bringt dich direkt in den Text, an dem du zuletzt gearbeitet hast — und den Knopf „Diesen Text üben“ in der Lektüre, wenn du einen bestimmten Text vor dir hast.
- Vier bis fünf Vokabeln als Vorspann. Bevor der erste Satz kommt, lernst du die Wörter kennen, die gleich gebraucht werden.
- Dann Blöcke aus vier Sätzen. Darin gemischt: Vokabeln, Formen, Satzglieder und Markier-Karten.
- Richtige Karten füllen das Buch. Nach ein paar richtigen Antworten wächst eine Zeile des Textes nach — wie viele Karten eine Zeile kostet, rechnet Unda aus der Länge des Textes aus.
- Am Ende steht eine Tür, keine Schranke. Ist der Text durch, kannst du ihn am Stück lesen — musst aber nicht. Die Lektüre stand die ganze Zeit offen.
Features
- Karten aus dem Satz, nicht aus dem Vorrat: Vokabel, Form, Satzglied und Markierung entstehen aus dem Text, den du gerade erschließt.
- Markier-Karten: Du kreist ein Satzglied mit dem Stift oder dem Finger ein, statt es nur anzutippen — du ziehst die Grenze selbst.
- Das Buch: der Text wächst sichtbar mit, links Latein, rechts Deutsch. Der Zähler fällt nie zurück — ein Fehler zählt nur nicht mit.
- Unterbrechbar: Unda merkt sich, wo du warst. Ein Text braucht mehrere Sitzungen, und das ist so gedacht.
- Jeder Satz ist vertont — du kannst dir vorlesen lassen, woran du gerade arbeitest.
- Zahlt in deinen Fortschritt ein: Vokabelkästen, Formen-Fortschritt und Grammatik bewegen sich mit, wenn du in Unda übst.
Wie sehen die Hilfestellungen aus?
Zu jeder Karte kannst du dir helfen lassen: die Bedeutung eines Wortes nachschlagen, die Form aufschlüsseln lassen, dir das Satzglied zeigen lassen. Und das kostet dich nichts — wer mit Hilfe zur richtigen Antwort kommt, hat die Karte richtig gelöst. Wer dagegen zuerst daneben tippt und danach korrigiert, hat sie falsch gelöst. Die Regel dahinter ist ein Satz:
Fragen ist frei. Raten ist es nicht.
Eine falsche Karte kommt innerhalb derselben Runde wieder — aber in einem anderen Modus. Du bekommst also nicht dieselbe Frage noch einmal vorgesetzt, sondern dieselbe Sache von einer anderen Seite.
Wie sieht das LRS-Feature hier aus?
Die Satzglieder behalten auch in Unda ihre feste Farbe — Subjekt blau, Prädikat rot, Akkusativobjekt indigo. Ein Satzglied bleibt dabei immer eine zusammenhängende Fläche und wird nie mitten hindurch umgebrochen. Die OpenDyslexic-Schrift und der größere Zeichenabstand bleiben aktiv, jeder Satz lässt sich vorlesen, und bei den Formen-Karten kannst du auf dem Tablet mit dem Stift schreiben, statt zu tippen.
Vor allem aber: Es gibt keinen Zeitdruck und keinen Streak. Unda ist ein Projekt — ob du zehn Minuten übst oder vierzig, ändert nichts daran, dass dein Stand erhalten bleibt. Wer eine Pause braucht, verliert nichts.
Wie lerne ich hier?
Technisch: Unda hält immer nur wenige Karten gleichzeitig in der Luft und schiebt jede durch drei Stationen. Eine richtige Antwort rückt eine Karte eine Station weiter, eine falsche sofort eine zurück — nicht erst beim zweiten Fehler. Die Abstände zwischen den Wiederholungen wachsen dabei: erst nach wenigen Karten, dann nach etwa acht, dann nach rund zwanzig. Wer eine Karte dreimal sicher hatte, ist sie los, und eine neue rückt nach. Gelernt wird dabei immer die einzelne Form, nicht das Wort im Ganzen: venit und venerat sind zwei Karten, weil sie zwei verschiedene Dinge von dir verlangen.
Wissenschaftlich: Drei gut belegte Befunde stecken in diesem Ablauf. Erstens: Sich etwas aktiv abzurufen, verankert es deutlich besser, als es noch einmal zu lesen (der Testeffekt, Roediger & Karpicke, 2006). Zweitens: Wiederholungen über die Zeit zu verteilen schlägt das Bündeln in einer Sitzung (der Spacing-Effekt, Cepeda et al., 2006) — genau deshalb ist Unda auf mehrere Sitzungen ausgelegt und nicht auf einen Durchgang. Drittens: Aufgabentypen zu mischen, statt sie in Blöcken zu üben, fühlt sich schwerer an und trägt trotzdem weiter (Interleaving, Bjork, 1994). Und weil alle Karten aus demselben Text stammen, steht jede Vokabel und jede Form von Anfang an in einem Zusammenhang, statt allein auf einer Karteikarte.
Häufige Fragen
Ist Unda dasselbe wie Turbo?
Nein. Turbo wiederholt, was du schon kannst, quer durch alle Module — eine schnelle Runde zwischendurch. Unda erschließt einen Text, den du noch nicht kannst, und braucht dafür mehrere Sitzungen. Turbo ist eine Sitzung, Unda ein Projekt.
Muss ich einen Text am Stück schaffen?
Nein, und es ist auch nicht dafür gebaut. Ein Text besteht aus vielen kurzen Blöcken; du hörst auf, wann du willst, und findest beim nächsten Öffnen genau die Stelle wieder.
Warum steht der Unda-Knopf nicht bei Cicero oder Caesar?
Unda läuft derzeit auf unseren eigenen Lapicida-Lesetexten. Bei den Originalautoren steht deshalb kein Unda-Knopf — und auch kein Schloss, denn dort gibt es nichts freizuschalten. Die Texte selbst sind natürlich in der Lektüre zu lesen.
Kann ich Unda ohne Vollversion ausprobieren?
Ja. Der erste Lesetext des ersten Lernjahres ist frei — mit allem, was dazugehört, inklusive Unda. Den ganzen Bestand öffnet die Vollversion.
Brauche ich einen Stift für die Markier-Karten?
Nein, der Finger reicht. Auf einem Tablet mit Stift ist es genauer; am Rechner mit Maus blendet die App die Stift-Funktionen aus, statt sie unbrauchbar anzubieten.
Jetzt ausprobieren
Der erste Lesetext ist frei — öffne ihn und tipp auf „Diesen Text üben“. Kostenlos starten →
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