Pater noster — das Vaterunser auf Latein: Text, Übersetzung und Bedeutung

Das Pater noster ist das bekannteste Gebet der Christenheit — auf Latein: das Vaterunser auf Latein, so wie es seit Jahrhunderten im römischen Ritus gebetet wird. Es geht auf die Worte Jesu in der Bergpredigt zurück (Matthäus 6).
Auf dieser Seite findest du den vollständigen lateinischen Text, eine Übersetzung Zeile für Zeile, die Bedeutung der Bitten, die Herkunft und einen Aussprache-Hinweis:
- den vollständigen lateinischen Text des Pater noster
- die deutsche Übersetzung Zeile für Zeile
- die Bedeutung der sieben Bitten, Herkunft (Mt 6 / Lk 11) und Aussprache
Wer das Pater noster nicht nur beten, sondern den lateinischen Text auch verstehen und lesen lernen möchte, findet den Originaltext aus dem Matthäusevangelium als Lektüre in der Lapicida-App — Wort für Wort erschlossen.
Wie lautet das Pater noster (Vaterunser) auf Latein?
Das Pater noster beginnt mit den Worten „Pater noster, qui es in caelis, sanctificetur nomen tuum“ — „Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name“. Es ist die traditionelle lateinische Fassung des Vaterunsers aus Matthäus 6,9–13 und endet mit „sed libera nos a malo. Amen.“ — „sondern erlöse uns von dem Bösen. Amen.“
Pater noster — lateinischer Text mit Übersetzung Zeile für Zeile
Hier steht das vollständige Pater noster in der überlieferten liturgischen Fassung (links Latein, rechts die deutsche Übersetzung):
| Latein | Deutsch |
|---|---|
| Pater noster, qui es in caelis, | Vater unser im Himmel, (wörtl. „Unser Vater, der du bist in den Himmeln,“) |
| sanctificetur nomen tuum. | geheiligt werde dein Name. |
| Adveniat regnum tuum. | Dein Reich komme. |
| Fiat voluntas tua, sicut in caelo, et in terra. | Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden. |
| Panem nostrum quotidianum da nobis hodie. | Unser tägliches Brot gib uns heute. |
| Et dimitte nobis debita nostra, sicut et nos dimittimus debitoribus nostris. | Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern. |
| Et ne nos inducas in tentationem, | Und führe uns nicht in Versuchung, |
| sed libera nos a malo. | sondern erlöse uns von dem Bösen. |
| Amen. | Amen. |
Als zusammenhängender Text gebetet lautet es: Pater noster, qui es in caelis, sanctificetur nomen tuum; adveniat regnum tuum; fiat voluntas tua, sicut in caelo, et in terra. Panem nostrum quotidianum da nobis hodie; et dimitte nobis debita nostra, sicut et nos dimittimus debitoribus nostris; et ne nos inducas in tentationem, sed libera nos a malo. Amen.
Grammatik-Notiz für Lernende: Die Bitten stehen im Konjunktiv des Wunsches (sanctificetur, adveniat, fiat) bzw. im Imperativ (da, dimitte, libera); „ne nos inducas“ ist ein verneinter Konjunktiv (Prohibitiv). Diese Formen kannst du im Konjunktiv-Training gezielt üben.
Vaterunser auf Deutsch — der vollständige Text
Das Vaterunser ist die deutsche Fassung des Pater noster. So beten es die Kirchen im deutschsprachigen Raum (ökumenischer Wortlaut):
Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Amen.
Im evangelischen Gottesdienst folgt die Lobpreisung „Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.“ — im katholischen wird sie getrennt gesprochen. Wer das Vaterunser im lateinischen Original, dem Pater noster, lesen und verstehen lernen möchte, findet oben den vollständigen lateinischen Text mit Übersetzung.
Bedeutung: die sieben Bitten des Vaterunsers
Das Pater noster besteht nach der Anrede aus sieben Bitten — die ersten drei richten sich auf Gott, die vier folgenden auf den Menschen:
| Bitte (Latein) | Bedeutung |
|---|---|
| sanctificetur nomen tuum | Gottes Name soll geheiligt, verehrt werden. |
| adveniat regnum tuum | Gottes Reich soll kommen. |
| fiat voluntas tua | Gottes Wille soll geschehen — im Himmel wie auf Erden. |
| panem nostrum … da nobis hodie | Bitte um das Nötige zum Leben, das „tägliche Brot“. |
| dimitte nobis debita nostra | Bitte um Vergebung der eigenen Schuld — verbunden mit der Bereitschaft, selbst zu vergeben. |
| ne nos inducas in tentationem | Bitte, in der Versuchung nicht zu fallen. |
| libera nos a malo | Bitte um Erlösung vom Bösen. |
Merksatz: Die drei „Du-Bitten“ (nomen – regnum – voluntas) kommen zuerst, dann die vier „Wir-Bitten“ (panem – debita – tentationem – malo).
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So lernst du Latein — vom einfachen Satz zum Original
Das Vaterunser steht mitten in der Bergpredigt (Matthäus 5–7). In der Lapicida-App liest du diese Texte gestuft: erst behutsam vereinfacht auf deinem Niveau, dann Schritt für Schritt bis zum unveränderten Original. Ein Beispiel aus den Seligpreisungen:
Vereinfacht · Stufe L9
„Iesus dicit pauperes spiritu beatos esse.“
Jesus sagt, dass die Armen im Geiste selig seien.
Original · Stufe L18 (Vulgata, Mt 5,3)
„Beati pauperes spiritu, quoniam ipsorum est regnum caelorum.“
Selig sind die Armen im Geiste, denn ihnen gehört das Himmelreich.
So liest du die Bergpredigt — an dein Niveau angepasst, bis zum Original. Zur Lektüre in der App.
Herkunft, Vulgata-Fassung und Aussprache
Das Pater noster stammt aus dem Evangelium: die längere, geläufige Form aus der Bergpredigt (Matthäus 6,9–13), eine kürzere Fassung bei Lukas 11,2–4. Der lateinische Text geht auf die Vulgata des Hieronymus (um 400 n. Chr.) und die noch ältere altlateinische Überlieferung zurück.
„quotidianum“ oder „supersubstantialem“? Im gebeteten Vaterunser heißt es panem nostrum quotidianum („tägliches Brot“; auch die Schreibung cotidianum ist korrekt). In der Vulgata-Übersetzung des Matthäus steht dagegen das seltene Wort supersubstantialem („überwesentlich“) — Hieronymus’ Versuch, das rätselhafte griechische epiúsios geistlich zu deuten. Bei Lukas behielt er das vertraute cotidianum. Die Liturgie betet bis heute quotidianum.
Und der Zusatz „Quia tuum est regnum“? Diese Lobformel (Doxologie) gehört im katholischen Ritus nicht zum eigentlichen Pater noster — dieses endet mit sed libera nos a malo. In der evangelischen und der orthodoxen Tradition wird die Doxologie „Denn dein ist das Reich …“ direkt angehängt.
Aussprache (Kirchenlatein): c vor e/i klingt wie „tsch“ — caelis = „TSCHÉ-lis“, sanctificetur = „sank-ti-fi-TSCHÉ-tur“. ti vor Vokal wird „tsi“ gesprochen: tentationem = „ten-ta-TSI-o-nem“. Im klassischen Latein spräche man dagegen c immer als „k“ und ae als „ai“.
Den lateinischen Originaltext des Vaterunsers aus Matthäus 6 kannst du in der Lapicida-App als Lektüre Wort für Wort lesen. Das Pater noster ist außerdem der erste Teil des Rosenkranzes auf Latein; darauf folgt das Ave Maria auf Latein.
Häufige Fragen zum Pater noster
Was heißt „Pater noster“ auf Deutsch?
„Pater noster“ heißt wörtlich „Unser Vater“ und bezeichnet das Vaterunser, das bekannteste Gebet des Christentums. Es beginnt mit „Pater noster, qui es in caelis“ — „Vater unser im Himmel“ — und ist die lateinische Fassung des Gebets aus Matthäus 6.
Woher stammt das Pater noster?
Das Pater noster stammt aus dem Neuen Testament: die lange Form aus der Bergpredigt (Matthäus 6,9–13), eine kürzere bei Lukas 11,2–4. Der lateinische Text geht auf die Vulgata des Hieronymus (um 400 n. Chr.) und die altlateinische Überlieferung zurück.
Heißt es „quotidianum“ oder „cotidianum“?
Beide Schreibweisen sind richtig. Im Kirchenlatein ist „quotidianum“ am weitesten verbreitet, „cotidianum“ entspricht der klassischen Schreibung. Gemeint ist stets das „tägliche Brot“ (panem nostrum quotidianum).
Gehört „Quia tuum est regnum“ zum Pater noster?
Im katholischen Ritus nicht: Das Pater noster endet mit „sed libera nos a malo“. Die Doxologie „Quia tuum est regnum“ („Denn dein ist das Reich“) wird in der evangelischen und orthodoxen Tradition angehängt.
Wie spricht man das Pater noster aus?
Im Kirchenlatein klingt „c“ vor e/i wie „tsch“ (caelis = „tsche-lis“) und „ti“ vor Vokal wie „tsi“ (tentationem = „tentatsionem“). Im klassischen Latein spricht man „c“ immer als „k“ und „ae“ als „ai“.
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